Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
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14 Venenzugänge, Kathetersysteme (Ports): Periphere Venenzugänge

Autor/en: D. Pollmann, S. Schildhauer, D. Lüftner
Letzte Änderung: 25.01.2006

Indikation: Folgende Umstände sprechen für die Wahl eines peripheren Venenzugangs:

  • guter Venenzustand des Patienten
  • keine verlängerte Infusionsdauer (keine Chemotherapie mit Pumpe)
  • zu infundierende Substanz nicht zu venentoxisch
  • kein Infusomat erforderlich

Vorteile: In jeder Praxis einfach zu legen. Nach der Infusion wird der Zugang entfernt. Geringes Entzündungsrisiko. Kein verbleibender Fremdkörper.

Nachteile: Jedes Mal muss eine gute punktierbare Vene gefunden werden. Schmerzhafte Punktionen.

Technik: Um einen peripheren Venenzugang zu legen, muss man sich die Zeit nehmen, die bestmögliche Vene am Arm zu finden. Sie ist idealerweise groß, am Vorderarm lokalisiert und befindet sich nicht über Sehnen, Nerven oder Gelenken [Rudolph R 1987], da es bei Zytostatikaparavasaten zur Gelenkstörung kommen kann. Der Katheter darf nicht auf der Seite einer arteriovenösen Fistel oder auf der Seite eines operierten Mammakarzinoms mit Axilladissektion bzw. Brustwandradiatio (Gefahr des Lymphödems) zu liegen kommen. Bei der Katheterlage muss man immer distal beginnen. Bei Versagen erfolgt ein neuer Versuch proximal zur Fehlpunktion oder am anderen Arm.

Wenn der venöse Zustand des Patienten schlecht ist, muss sein Arm für 10-15 min unter einer Wärmflasche oder unter warmem Wasser angewärmt und dann reichlich mit Alkohol einrieben werden, damit durch die Vasodilatation eine potenziell zugängliche Vene erscheint. Zu diesem Zweck kann auch statt des Stauschlauchs eine zwischen systolischem und diastolischem Wert eingestellte Blutdruckmanschette angelegt werden. Bei dünnen, oberflächlichen Venen kann das Aufsprühen von Nitrospray auf die Haut eine lokale Vasodilatation bewirken.

Um Zytostatika zu verabreichen, muss möglicherweise der Zugang neu gelegt werden. Der Arzt wird mit der Gabe der am stärksten nekrotisierenden Substanz beginnen und den venösen Zugang sehr regelmäßig kontrollieren. Der Patient muss über die Risiken der Paravasation und die Notwendigkeit, sich bei Schmerzen, Schwellung, Druck oder Rötung sofort zu melden, aufgeklärt werden.

Um eine Nekrose an der Einstichstelle zu vermeiden, muss der Katheter vor seiner Entfernung mit 10 ml 0,9%iger NaCl-Lösung durchgespült werden.

Lagedauer: Der periphere Venenkatheter kann für einige Tage belassen werden. Der Hautzustand um den Katheter herum ist regelmäßig zu kontrollieren. Bei Schmerzen an der Einstichstelle, Erythem oder Schwellung muss der Katheter sofort entfernt werden.

Risiken: Die Risiken eines peripheren venösen Zugangs sind Thrombosen, Lymphangitis, Venenentzündung, Paravasate (s. Kap. 3) und selten eine neurologische Läsion bei Fehlpunktion. Eine gute Pflege des Zugangs verringert die Risiken signifikant.

Pflege: Die Pflege des Zugangs muss mit sauberen Händen und sauberem Material erfolgen. Die injizierten Lösungen müssen steril sein.

Literaturreferenzen:

  • Rudolph R, Larson DL.
    Etiology and treatment of chemotherapeutic agent extravasation injuries: a review.
    J Clin Oncol 1987;5:1116-1126. PM:3298560
    [Medline]


Bei ONKODIN publiziert in Kooperation mit "Deutscher Ärzte-Verlag"
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