12 Lymphödem: 12.1 Definition und Problembeschreibung

Autor/en: F. Bruns, C. Hadamitzky, J. Büntzel
Letzte Änderung: 14.09.2012

Ödeme im Rahmen von Krebserkrankungen wurden bereits in der Antike von Claudius Galen (138-201 nach Christus) beschrieben, der seinerzeit auch den Begriff der "Elephantiasis graecorum" für die Elephantiasis des Beines und des Skrotums prägte. Die erste vollständige Beschreibung des Lymphgefäßsystems gelang erst in der frühen Neuzeit durch Gaspare Aselli von Cremona (1581-1625). Die erste korrekte Darstellung der Funktion der Lymphgefäße stammt von John und William Hunter (1835).

Das Lymphödem ist ein chronisches, zur Progression neigendes Krankheitsbild, welches auf eine mechanische Insuffizienz des Lymphgefäßsystems zurückzuführen ist. Im Rahmen von Tumorerkrankungen ist ein vor der Behandlung auftretendes Lymphödem häufig Ausdruck einer lymphatischen Tumorausbreitung (s. Abb. 12.1). Andererseits ist das Lymphödem eine häufig anzutreffende, aber oft vernachlässigte Nebenwirkung nach multimodaler Tumortherapie, insbesondere nach chirurgischen Eingriffen (Lymphknotendissektion) in Verbindung mit einer strahlentherapeutischen Behandlung [Ziemann S 1962].

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Abb. 12.1: Lymphödem im Stadium III bei einer Patientin mit Mammakarzinomrezidiv. Das Lymphödem ist seit Auftreten des (ipsilateralen) Lymphknotenrezidivs deutlich progredient.