Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
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15.5 Supportive Maßnahmen in der Strahlentherapie im Bereich des Nervensystems: Klinische Symptomatik und Befunde

Autor/en: F. Wenz
Letzte Änderung: 23.05.2012

Akute Strahlenfolgen äußern sich mit der Symptomatik eines fokal oder generalisiert erhöhten intrakraniellen Druckes. Es kann daher zu einer Verstärkung fokaler neurologischer Ausfälle durch eine Zunahme der Raum fordernden Wirkung einzelner Läsionen kommen. Im generalisierten Fall kommt es durch Herniation am Foramen magnum und Hirnstammkompression zu einer Einschränkung der Vigilanz bis zum Koma, ggf. mit Atemstillstand und Kreislaufversagen.

Subakute Strahlenfolgen am ZNS gehen mit einer unspezifischen, psychomotorischen Verlangsamung einher, die einige Wochen nach Bestrahlung auftreten kann. Das Vollbild des Somnolenzsyndroms wird praktisch nur bei Kindern nach kombinierter Radiochemotherapie beobachtet. Am Myelon treten die subakuten Strahlenfolgen als Lhermitte-Syndrom auf. Typischerweise handelt es sich um Dys- und Parästhesien entlang der Wirbelsäule, exazerbiert durch eine Kopfbeugung, welche durch einschießende Missempfindungen in die Extremitäten begleitet werden. Immerhin etwa 25% der Patienten, die wegen eines Morbus Hodgkin behandelt werden, berichten nach einer klassischen Mantelfeldbestrahlung mit 40 Gy über diese Symptomatik, welche für etwa 2-3 Wochen anhält.

Die chronischen Strahlenfolgen äußern sich bei diffuser Ausprägung der Leukenzephalopathie als diskrete kognitive Defizite bis hin zu demenziellen Krankheitsbildern [Penitzka S 2002] [Steinvorth S 2002] [Steinvorth S 2003] [Wenz F 2000b]. Die fokale Nekrose geht mit einem fokalen neurologischen Defizit einher, das sich je nach Lokalisation z.B. als Lähmung, Aphasie oder Anopsie bemerkbar macht. Die Ausfälle bei chronischer Myelopathie als Strahlenspätfolge am Rückenmark zeigen üblicherweise ein vaskuläres Verteilungsmuster, wie z.B. ein Brown-Séquard oder ein A.-spinalis-anterior-Syndrom, können aber auch bis zum kompletten Querschnittsyndrom ausgeprägt sein.


Arbeitsgemeinschaft Supportive Maßnahmen in der Onkologie, Rehabilitation u. Sozialmedizin d. Deutschen Krebsgesellschaft e.V. [Mehr]
Nach wie vor online verfügbar: die noch nicht aktualisierten Kapitel des Buches "Supportiv- therapie bei malignen Erkrank- ungen", bei ONKODIN publiziert in Kooperation mit "Deutscher Ärzte-Verlag", 2006. [Mehr]
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