Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
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Komplikationen megaloblastärer Anämien

Autor/en: H. Heimpel
Letzte Änderung: 14.08.2003

Neuro-psychiatrische Komplikationen

Vitamin-B12-Mangel verursacht eine Vielzahl von neuro-psychiatrischen Syndromen. Keine dieser Veränderungen ist jedoch für ihn spezifisch. Warum der Mangel einer Einzelsubstanz wie Vitamin B12 ein klinisches Bild mit so weitgehenden Differenzen hinsichtlich Schweregrad und Unterschieden zwischen hämatologischen und neuro-psychiatrischen Symptomen hervorrufen kann, ist unbekannt.

Stolpern über Schwellen, Taubheitsgefühl an unterschiedlichen Körperstellen verweisen auf bereits bestehende neurologische Störungen.
Eine früher unbekannte Neigung zu depressiven Stimmungslagen kann erstes Symptom für einen Vitamin-B12-Mangel sein.

Pathologisch-anatomisch zeigen sich fokale Entmarkungen der markhaltigen Nervenfasern, zumeist im Bereich der dorsalen und lateralen Rückenmarkstränge (funikuläre Spinalerkrankung). Aber auch periphere- und Hirnnerven sowie der cerebrale Cortex können Läsionen erleiden. Dies erklärt die Vielzahl der neuro-psychiatrischen Symptome.

Neuro-psychiatrische Komplikationen des Vit-B12-Mangels
Neurologische SymptomePsychiatrische Symptome
ParästhesienDepression
Vermindertes VibrationsempfindenTeilnahmslosigkeit
Vermindertes LageempfindenGedächtnisschwäche
Spastische AtaxieVerwirrtheitszustände
Gesteigerte ReflexeHalluzinationen
FußkloniÄngstlichkeit
Fußreflexe können bei peripherer Neuritis auch fehlenSchlaflosigkeit
Muskuläre SchwächeSuizidneigung
Gestörtes Geschmacks- u. RiechvermögenPsychotische Symptomatik
Visusschwäche (Optikusatrophie)Persönlichkeitsveränderungen

Alle Symptome können bei einem Patienten isoliert oder in allen denkbaren Kombinationen auftreten und dies bereits vor Ausbildung der Blutbildveränderungen!

Therapie der Wahl bei neuro-psychiatrischen Komplikationen ist die parenterale Gabe von Vitamin B12. Nur in fortgeschrittenen Fällen ist der Erfolg der Vitamin-B12-Substitution unbefriedigend.

Gabe von Folsäure ist kontraindiziert, da diese zwar die Anämiesymptome, nicht jedoch die neurologisch-psychiatrischen Symptome verbessert!

Magenkarzinom

Patienten mit perniziöser Anämie haben ein ca. dreifach erhöhtes Risiko hinsichtlich der Entwicklung eines Magenkarzinoms. Es empfiehlt sich daher, bereits bei Diagnosestellung eine Gastroskopie mit Wiederholung bei Auftreten schon geringer Oberbauchsymptomatik, sonst im Abstand von 1-2 Jahren durchzuführen.

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