Onkologie, Hämatologie - Daten und Informationen
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Symptomatik der Eisenmangelanämie

Autor/en: H. Heimpel
Letzte Änderung: 30.01.2003

Klinische Bedeutung

Latenter Eisenmangel

Der latente Eisenmangel ist nur durch erniedrigte Ferritinkonzentration oder Erhöhung des löslichen Transferrinrezeptors im Plasma oder durch Fehlen des Speichereisens in den Makrophagen des Knochenmarks feststellbar. Er ist im Allgemeinen asymptomatisch und ohne negative Folgen.
Für die früher angenommene Häufung von Infekten gibt es keine Belege, ebenso wenig wie für eine Verminderung der körperlichen Leistungfähigkeit, abgesehen von Phasen ausgeprägter Trainingsbelastung. Haut- und Schleimhautveränderungen treten erst bei erheblicher Verminderung des Gesamtkörpereisens auf, welche dann auch zur mikrozytären Anämie führt.

Der latente Eisenmangel ist nicht behandlungsbedürftig, aber immer ein Signal für die Suche nach Blutverlusten!

Wichtig ist die Überwachung des Eisenstatus und die Prävention eines symptomatischen Eisenmangels im Wachstumsalter, in der Schwangerschaft und bei fortbestehender Hypermenorrhoe.

Manifester Eisenmangel

Beim manifesten Eisenmangel finden sich eine Leistungseinschränkung je nach Grad der Verminderung der Hämoglobinkonzentration, Anämiesymptome, teilweise Haut- und Schleimhautveränderungen.

Der manifeste Eisenmangel ist behandlungsbedürftig, und er ist ein Signal für die Suche nach der Ursache des Eisenmangels, insbesondere nach Blutungen.

Symptome des manifesten Eisenmangels

Eisenmangel-Mikrozytose und/oder -anämie. Diese ist meist symptomatisch, wobei bei Hämoglobinwerten über 10 g/dl oft ein deutliches Missverhältnis zwischen der Intensität der Beschwerden und dem Grad der Anämie besteht.

Klinische Symptome sind:

  • Rasche Ermüdbarkeit,
  • Belastungsdyspnoe,
  • Leistungsschwäche,
  • vom Patienten selbst bemerkte Haut- und Schleimhautblässe,
  • Ohrensausen,
  • Kopfschmerzen,
  • Mundwinkelrhagaden,
  • Atrophie der Zungenpapillen mit Rötung und Zungenbrennen,
  • brüchige Haare und Fingernägel.

Das bei uns kaum mehr beobachtete Plummer-Vinson-Syndrom, d.h. Sodbrennen und schmerzhafte Dysphagie, sind wahrscheinlich nicht Folge des Eisenmangels, sondern einer Refluxoesophagitis bei Hiatushernie, bei der es häufig zum blutungsbedingten Eisenmangel kommt.

Eisenmangelanämie_Fingernagel

Längstreifung der Fingernägel bei schwerem chronischen Eisenmangel.

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